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Darf’s es Betzali weniger sii?

05.03.18

Aussortierte Früchte, abgelaufene Produkte, Tellerreste – die Verschwendung von Lebensmitteln («Food Waste») hat in unserer Gesellschaft enorme Ausmasse angenommen. Der Hauptteil davon findet bemerkenswerterweise in den Haushalten statt und liesse sich mit einfachen Mitteln reduzieren. Hier setzt die Sonderausstellung an, welche das Schweizerische Agrarmuseum 2017 aufgebaut hat und nun in seine Dauerausstellung überführt. Mit interaktiven Elementen und spielerischen Komponenten – im Museum und auf dem Hof – eignet sich die Ausstellung ideal für Familien und Schulklassen.


Clever einkaufen, optimal lagern, richtig portionieren, mit Resten kreativ kochen – das sind einige der interaktiven Stationen, mit der die Ausstellung «Food Waste – Darf’s es Betzali weniger sii» ihre Besucher für das Thema sensibilisiert. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen angesprochen werden. Sie verlieren in zunehmendem Mass den Bezug zu Lebensmitteln. Das wird für Museumsleiterin Beatrice Limacher-Lütolf zum Beispiel sichtbar, wenn sie nach dem Besuch von Schulklassen einen Blick in den Abfalleimer beim Picknickplatz wirft: «Da landen halb gegessene Sandwichs und andere angefangene Lebensmittel im grossen Stil. Wir nutzen das als Ansatzpunkt, um mit den Kindern über ein konkretes Alltagsbeispiel das Gespräch aufzunehmen.»
Praxisnähe zieht sich als roter Faden durch alle Stationen der Ausstellung. Und sie setzt sich ausserhalb der Museumsräumlichkeiten fort: Zum Beispiel mit den Erlebnismodulen «Leckeres aus nicht normierten Äpfeln». Da legen die Kinder selber Hand an und erleben, was man aus einem Apfel, der die Ansprüche an optische Perfektion nicht erfüllt, alles machen kann. Sie hantieren unter Aufsicht mit Apfelschäler und Messer, stellen getrocknete Apfelringli her, backen Apfelwähen oder pressen selber Süssmost – Köstlichkeiten, die sie nachher mit nach Hause nehmen.
Auch bei einer Führung über den Hof oder beim gemeinsamen Setzen und Schneiden von Obstbäumen können die Kinder und Jugendlichen – ganz konkret, ohne Frontalunterricht oder pädagogischen Zeigefinger – erleben, wo unsere Lebensmittel überhaupt herkommen. Oder was es alles braucht, bis wir sie geniessen können. Besonders interessant findet Museumsleiterin Beatrice Limacher-Lütolf den Austausch, der auch unter den Kindern und Jugendlichen selber entsteht. Die einen bringen von zu Hause Erfahrung und eine gewisse Kreativität im Umgang mit Lebensmitteln mit. Anderen scheint das abzugehen. Dabei braucht es nur ein Stück hartes Brot, um die unterschiedlichsten Kommentare zu hören: «Da mached mir Vogelheu und Paniermähl druus» heisst es da bei den einen, «Das wärfed mir furt», bei den anderen. Und scho ist die Diskussion im Gang.
Informationen rund um die Ausstellung und die damit verbundenen Angebote 2018 stehen online zur Verfügung: www.museumburgrain.ch Rubrik Food Waste. Dort finden sich auch Veranstaltungshinweise und Arbeitsblätter für Schulklassen.