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«Es ist streng, aber ich mache es gern.»

26.03.17

Auf einem Bürostuhl zu sitzen, wäre nichts für Denise Huber. Etwas mit den Händen machen, planen und organisieren, das sind die Dinge, die sie schon immer am liebsten getan hat: fünf Jahre lang als Handarbeitslehrerin in Luzern und seit gut einem halben Jahr als angehende Köchin in der Burgrain-Stube.


Dass Denise Huber (30) heute wieder fast dort arbeitet, wo sie ihre Kindheit verbracht hat, ist Zufall. Sie ist in Willisau aufgewachsen, lebt aber seit zehn Jahren in Luzern, wo es ihr ausgesprochen gut gefällt: «Mein Freundeskreis, die Stadt, der See – ich fühle mich in Luzern sehr wohl». Apropos See, als Kind hatte sie eine Zeit lang die Idee, sie könnte Meeresbiologin werden.

Ausschlaggebend für ihren späteren beruflichen Werdegang war dann aber, dass sie immer gerne genäht hat. «Mein Mami hat öfters Nähkurse besucht. Irgendwie hat mich das auch gepackt, ich habe viel von ihr mitbekommen», meint sie im Rückblick. Zur Handarbeitslehrerin wurde sie später trotzdem erst auf Umwegen. Nach der Matur und einer grossen Madagaskar-Reise schrieb sie sich an der Uni Bern für Ethnologie (Völkerkunde) ein. Aber sie merkte schnell: «Das war nicht mein Ding. Da fehlte mir eindeutig das Praktische». So fand sie zum Entscheid, Lehrerin zu werden. Ein Beruf, in dem nicht nur ihre praktische Geschicklichkeit, sondern auch ihre Vorliebe fürs Planen und Organisieren gefragt sind. Nach der Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule in Luzern unterrichtete sie fünf Jahre lang in der Primarschule. «Ich habe das sehr gern gemacht. Aber die Vorstellung, ewig in diesem Beruf tätig zu sein, fand ich dann doch nicht so toll». So fing sie an, sich Gedanken zu machen.

Seit sie vor zehn Jahren nach Luzern gezogen war, hatte sie allmählich auch ihre Liebe zum Kochen entdeckt. Zusammen mit einer Freundin konnte sie da und dort für Anlässe kochen. «Das hat sich zufällig ergeben, aber es hat mir immer mehr den Ärmel reingezogen». Aber sie wollte nicht irgendwo quer einsteigen, sondern den Beruf gründlich und von der Pike auf lernen: «Mir schien es wichtig, die Grundlagen seriös zu erlernen. So kristallisierte sich für mich heraus, dass ich die Lehre absolvieren wollte». Im August 2016 begann sie schliesslich ihre zweijährige Zusatzlehre als Köchin auf dem Burgrain, und ihr Fazit ist ziemlich eindeutig: «Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Obwohl es körperlich anstrengend und manchmal hektisch ist, fühle ich mich hier sehr wohl. Es interessiert mich und dann läuft der Motor auch.»

Zu den Besonderheiten in der Burgrain-Stube gehört, dass die Auswahl der Produkte begrenzt ist, wie Denise festhält: «Wir konzentrieren uns hier auf saisonale Produkte. Das mag auf den ersten Blick als Einschränkung wirken, aber es fordert eben auch die Phantasie heraus, weil wir unsere Gäste natürlich mit einem vielfältigen Angebot verwöhnen möchten.» Ihre Inspiration bezieht sie aber nicht nur aus dem Umfeld auf dem Burgrain. Auch von den zwei Kurswochen in der Berufsschule, die sie gerade hinter sich hat, hat sie wieder viel profitiert: «Die Theorieinputs, der Austausch und das gemeinsame Kochen mit den Klassenkameraden, das gibt nochmals einen anderen Erfahrungshorizont. Irgendwie ist das grad alles sehr spannend»!