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«Ich hatte schon immer eine Schwäche für familiäre Orte.»

09.03.18

Als Chef de Service kümmert sich Priska Theiler (35) in der Burgrain-Stube mit ihrem Serviceteam um das Wohl der Gäste. Neben viel Berufserfahrung hat die gelernte Köchin und Hôtelière-Restauratrice auch eine klare Vorstellung, was den Leuten in Erinnerung bleiben soll, wenn Sie hier zu Tisch sitzen: «unser feines Essen, unser spezielles Ambiente und ein besonders aufmerksamer Service.»


Die Lust am guten Essen und am Kochen hat Priska Theiler von ihrer Tante Ruth «geerbt». Während die Eltern im Sommer mit den Tieren oben auf dem Alpbetrieb waren, blieben Priska und ihre vier Geschwister an den Schultagen unten im Dorf: bei ihrer Tante in Schüpfheim. Sie führte im Winter ein Restaurant und wusste mit Begeisterung vom Kochen zu erzählen. Das hat auf Priska abgefärbt. Beim Gespräch über ihre Lehre als Köchin im Waldhotel auf dem Bürgenstock gerät sie noch heute ins Schwärmen: «Ich habe mich im Team wahnsinnig wohl geführt. Zudem waren wir nur schon in der Küche sechs Stifte und nochmals sechs in der Hotellerie. Wenn wir nicht in die Berufsschule mussten, haben wir dort oben gewohnt. Und unser Chef hat sehr darauf geachtet, dass es uns gut geht.» Auch fachlich hat sie aufgesogen, was es dort zu lernen gab: «Was man alles mit einem Produkt machen kann, die Kreativität, die man beim Zubereiten und beim Präsentieren einbringen kann, das hat mich immer fasziniert.»
Nach einigen Berufsjahren in der Küche des Maurerzentrums in Sursee und einem sechsmonatigen Abstecher nach Paris, wo sie ihr Französisch «à jour» brachte, machte sie ihren ersten Abstecher in den Service. Das war eigentlich nur als Zwischenlösung gedacht, gefiel ihr aber sehr. So kam sie über verschiedene Stationen ins Rössli in Wolhusen. Und da zeigt sich auch wieder einmal, wie klein die Welt ist: «Dort habe ich zum ersten Mal mit Christian Jakob zusammengearbeitet. Wir waren ein super Team, finde ich. Und wo ist er heute? Als Küchenchef in der Burgrain-Stube!».
Die Rolle der Gastgeberin gefiel ihr noch besser als die Arbeit in der Küche. Ihre Vorliebe für Betriebe, die ein bisschen anders sind als der Durchschnitt, zog sie dann an eine andere bekannte Adresse: ins Kemmeriboden-Bad. Parallel zu ihrer Arbeit im Service erwarb sie an der Hotelfachschule in Thun ihr Diplom als Hôtelière-Restauratrice.
So fand Priska Theiler – ein paar berufliche Stationen und eine grosse Kanadareise später – im August 2017 auf den Burgrain. Hier kann sie ihre grosse Erfahrung und ihr Faible für aussergewöhnliche Betriebe ausleben: «Ein Gastronomiebetrieb mit eigener Landwirtschaft, Bäckerei, Käserei und Fleischverarbeitung, das ist doch eher ungewöhnlich, oder nicht? Da sehe ich auch noch Potenzial für neue Ideen, sei es mit speziellen Rahmenprogrammen im Seminarbetrieb oder mit guten Events für die Leute aus der Region.» Der Name ‚erlebnis agrovision’ kommt ja auch nicht von Ungefähr, wie sie anfügt: «In einem Umfeld wie dem Burgrain gibt es ja à priori viel zu erleben und zu erzählen. Das möchten wir nutzen und noch stärker mit dem kulinarischen Erlebnis verbinden. Viele Gäste kommen ja genau deshalb zu uns: Weil es sie interessiert, was hinter den Produkten steckt, die wir ihnen hier anbieten.»