Home > Home >
Kategorie: Startseite

Natürliches Mehl – natürlich aus der Zentralschweiz

13.08.17

Die Kunden aus der Umgebung kommen gerne hierher, um im Hofladen von Ruedi und Alice Bucheli einzukaufen. Es scheint als sei hier die Zeit stillgestanden. In der Mühle, die seit Jahrhunderten steht und heute das Herzstück des Biohofs bildet, verarbeiten die Buchelis ausschliesslich Getreide aus dem Kanton Luzern. Agrovision hat sich in den letzten Jahren zum wichtigsten Abnehmer dafür entwickelt.


Auf dem Biohof von Ruedi und Alice Bucheli gehört Biodiversität zur Grundausstattung. Die fünf Hektaren, die das Paar bewirtschaftet, weisen artenreiche Hecken und Waldstücke sowie 60 alte Hochstammbäume mit Äpfeln, Birnen, Kirschen und Zwetschgen auf. Dazwischen grast Rätisches Grauvieh, eine etwas kleinere, den Boden schonende Rasse. Im Dorf Geuensee mit seinen Neubauquartieren wirkt dieser Ort auf viele Besucher wie eine Oase. Schon Ruedi Buchelis Vater, der den Hof vor 65 Jahren kaufte, hat hier «human gebauert», wie Alice Bucheli es ausdrückt, «nicht so Vollgas mit Spritzen und allem.» Und dabei ist es geblieben. Als Ruedi Bucheli den Betrieb übernahm, hat er offiziell auf bio umgestellt – im engen Austausch mit Bio Luzern und anderen Bauern, die sich schon damals für die Rückkehr zur natürlichen Landwirtschaft entschieden haben.

 

Das Herzstück des Betriebs bildet heute aber die Mühle. Seit Jahrhunderten steht das Gebäude hier. Die Maschine, die das Korn mahlt, wird zwar nicht mehr mit Wasserkraft angetrieben, hat aber auch schon ihre 80 Jahre auf dem Buckel. Der «Meier Automat aus Solothurn» läuft langsamer und damit schonender als industrielle Maschinen. Das merkt man dem Schrot, dem Griess, den Flocken und den Mehlen, die hier entstehen, an. Nicht nur die Buchelis sehen das so, das spüren auch die vielen Privatkunden, die diese Produkte weiterverarbeiten: «Unsere Kunden legen zum Teil rechte Wege zurück, weil sie zum Backen auf unser Mehl schwören.»

 

Die schonende mechanische Verarbeitung ist das eine. Dazu kommt, dass die Buchelis ganz genau wissen, was sie hier verarbeiten. Sie kennen jeden einzelnen der Luzerner Biobauern, der ihnen Brotgetreide liefert, persönlich. Ein Aspekt, der Alice Bucheli sehr am Herzen liegt: «In unseren Produkten ist ausschliesslich Innerschweizer Getreide drin.» Sie verzichten aus Überzeugung darauf, ihr Mehl mit günstigeren Importprodukten zu strecken oder zu standardisieren, wie Alice Bucheli betont: «Die meisten Bäcker brauchen Standardmehl mit vordefinierten, immer gleichen Eigenschaften. Das liefern wir nicht.» Konkret bedeutet dies auch, dass bei den Buchelis der Geschmack und die Eigenschaften des Mehls nicht immer gleich sind – so wie die Beschaffenheit des Korns je nach Wetter und anderen äusseren Einflüssen ebenfalls variiert.  

 

Es erstaunt denn auch nicht, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Ehepaar Bucheli und Agrovision von Anfang an so gut funktioniert hat und sich über die letzten Jahre so stark entwickelt hat. Es gibt eine starke gemeinsame Basis: Regionale Herkunft, Natürlichkeit und Ursprünglichkeit vom Acker bis auf den Teller, das sind die Kriterien, die beiden wichtig sind. Mit der Folge, dass die Bio-Holzofen-Bäckerei auf dem Burgrain unterdessen der wichtigste Abnehmer für die Produkte aus der Müli in Geuensee ist.

 

Damit das auch weiter so bleibt, packen Ruedi und Alice Bucheli gegenwärtig eine besondere Herausforderung an. Aus Altersgründen wollen sie sich allmählich aus dem Geschäft zurückziehen, und ihre Mühle in jüngere Hände übergeben. Gespräche sind am Anlaufen, wie Alice Bucheli erzählt: «Junge, engagierte Bauern zu finden, die sich für unseren Betrieb interessieren, scheint nicht so schwierig zu sein. Der Knackpunkt liegt darin, dass für uns die Mühle an erster Stelle steht – die ist einzigartig und darf auf keinen Fall zum Stillstand kommen.» Einen Müller zu finden, das gestaltet sich allerdings etwas anspruchsvoller. Aber wer weiss – Ruedi Bucheli war damals auch kein geborener Müller. Auch er hatte als Landwirt begonnen und sich – teils in einer auswärtigen Mühle, teils autodidaktisch – das nötige Wissen angeeignet.