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"Wir erwecken den Tauschhandel zu neuem Leben"

14.03.15

Obwohl er mitten in der Stadt Fribourg aufwuchs, ging der Berufswunsch von Matthias Heyer (34) immer schon in eine andere Richtung: Er wollte Bauer werden. Seit bald fünf Jahren lebt er aber auch sein Talent fürs Verkaufen und Organisieren aus. Als Verkaufsleiter und seit Anfang Jahr als Betriebsleiter von RegioFair sorgt er mit seinem Team für einen reibungslosen Warenfluss im Netzwerk von gut 100 RegioFair-Partnern und mehr als 120 weiteren Verkaufsstellen.

«Geboren bin ich in Genf, aufgewachsen in Fribourg. Meine Familie hat mit Landwirtschaft nichts zu tun. Aber während meiner Schulzeit habe ich immer auf den Höfen von Bekannten mitgeholfen. So war es für mich irgendwie immer klar, dass ich Bauer werden wollte. Meine Lehrjahre habe ich dann im Freiburgischen absolviert, die anschliessende Jahresschule auf der Rüti in Zollikofen. Vor sechs Jahren hat es mich in die Zentralschweiz verschlagen. Der Grund? Meine Frau! Sie war nach der Schule als Au Pair im Welschland, so haben wir uns kennengelernt. Fünfzehn Jahr ist das her. Und, was für ein Zufall, sie ist eine richtige Bauerntochter!

Heute leben wir mit meinen Schwiegereltern auf dem Bauernhof in Mauensee, wo meine Frau aufgewachsen ist. Den Landwirtschaftsbetrieb haben wir an unseren Nachbarn verpachtet, der auf der Suche nach mehr Land war. Ich selber bin schon vor knapp fünf Jahren bei der RegioFair als Verkaufsleiter eingestiegen, wobei ich unterdessen auch noch den Lehrgang zum eidg. dipl. Verkaufsleiter absolviert habe. Dieser Job im regionalen Netzwerk zwischen Produzenten, Verarbeitern und Verkaufsstellen hat mir sehr entsprochen. Der Kundenkontakt ist für mich das Grösste, ich lerne jede Woche interessante Leute kennen.

Mit der Philosophie von RegioFair identifiziere ich mich sehr stark. Neben der Qualität unserer Produkte steht für uns die handfeste Nachhaltigkeit im Zentrum. Konkret heisst das zum Beispiel, dass viele RegioFair-Bauern gleichzeitig Lieferanten und Kunden sind. Sie steuern ihre Produkte bei und verkaufen in ihrem eigenen Hofladen auch, was andere Bauern aus der Region produzieren. Im Grunde sind wir damit wieder beim traditionellen, regionalen Tauschhandel. Das macht erstens ökonomisch Sinn, weil so ein eigenes Vertriebsnetz entstanden ist, das unseren Produzenten eine Existenzgrundlage und Unabhängigkeit vom Grosshandel gibt. Es überzeugt aber auch ökologisch. Nicht nur, weil alles biologisch produziert wird. Auch weil alles auf kurze Wege angelegt ist und durch den Tauschhandel fast keine Leerfahrten anfallen. Dieser Ansatz unterscheidet uns grundlegend von den grossen Anbietern.

Seit ich Betriebsleiter bin hat sich mein Verantwortungskreis erweitert. Ich bin verantwortlich, dass das operative Tagesgeschäft rund läuft, organisiere das Team und die Einsätze. Gleichzeitig packe ich mit an, wo Engpässe sind. Das ist bei uns generell so, das machen alle. Diese Vielfalt macht auch den Reiz meiner Arbeit aus. Ich würde nie und nimmer acht Stunden vor dem Computer sitzen wollen. Den Ausgleich zur Arbeit finde ich in meiner Familie. Demnächst wird unser Sohn zwei Jahre alt. Und beim Sport. Als aktiver Eishockeyspieler beim EHC Penguins (Sursee) und als Läufer. Als nächstes bereite ich mich auf den Jungfrau-Marathon im September vor.»